Silben, Laute, Rhythmus: János Tamás’ «Fabel» (1988) neu entdecken
- János Tamás Gesellschaft

- 29. Juni
- 1 Min. Lesezeit
Mit «Fabel» für Sprechchor mit Schlagzeug von 1988 ist ein weiteres, besonders originelles Werk von János Tamás als «Follow the Score»-Video veröffentlicht worden.
«Fabel» gehört nach Einschätzung des Musikwissenschaftlers Peter Laki zu den kühnsten und humorvollsten Werken des Komponisten. Schon die Besetzung ist ungewöhnlich: Der Chor singt keine bestimmten Tonhöhen, ist aber dennoch in Sopran, Alt, Tenor und Bass eingeteilt. Jede Partie ist rhythmisch genau notiert. Dazu tritt das Schlagzeug, das die sprachlichen und rhythmischen Bewegungen zusätzlich schärft und antreibt.
Aus Wörtern werden Silben, aus Silben Laute, aus Lauten musikalische Gesten. Die Sprache wird zerlegt, verdreht, verspielt – und doch bleibt dieses Spiel nie blosser Effekt. Peter Laki betont, dass daraus immer wieder ein neuer, tieferer musikalischer und verbaler Sinn entsteht.
Gerade bei einem Werk wie «Fabel» entfaltet das «Follow the Score»-Format seine besondere Stärke. Die synchron mitlaufende Partitur zeigt, wie präzise János Tamás die rhythmischen Verläufe gestaltet, wie sich der Chor bald homophon bündelt, bald polyphon auffächert und wie aus scheinbar spielerischem Material eine hochkonzentrierte musikalische Form entsteht.
So macht das neue Video ein Werk zugänglich, das überrascht, schmunzeln lässt und zugleich zeigt, wie ernsthaft János Tamás mit Sprache, Klang und Rhythmus experimentierte.
Hier geht’s zum neuen Video: https://youtu.be/iz912lPvBnA
Die aktuell verfügbare Sammlung der «Follow the Score»-Videos zu Kompositionen von János Tamás ist auf YouTube abrufbar:







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